Objektbeschreibung
Haus Mohrmann
Das weitgehend original erhaltene Haus wurde 1939/40 errichtet und zählt zu den wenigen privaten Wohnhausentwürfen, die Hans Scharoun in der Zeit zwischen 1933- 1939 realisierte. In einer Zeit der inneren Emigration, in der Scharoun sich durch private Aufträge über Wasser halten musste, wurde die äußere Gestaltung des Hauses eher konventionell gestaltet, während im Inneren maximale Gestaltungsfreiheit ausgelebt werden konnte.
Das Haus, entstanden in enger Abstimmung mit den Gartenplanern Mattern und Hammerbacher, ist ein einzigartiges Werk, in dem Garten und Architektur eine harmonische Einheit bilden. Der Garten wird konsequent als Fortführung der Räume in die Landschaft betrachtet und geht eine symbolische Verbindung mit dem Wohnhaus ein.
Im Raumdesign werden Nischen, Ebenen und Übergänge differenziert, wobei Schlafzimmer und Bäder ganz bewusst als eigene, gemütliche Räume im Obergeschoss konzipiert sind – Behaglichkeit steht hier über Repräsentanz. Geschickt platzierte Nischen und Einbauschränke demonstrieren bis heute im ganzen Haus den funktionalen und zeitlosen Ansatz Scharouns.
Ein charakteristisches Merkmal ist die Verwendung von Holz und Stein als Baumaterial, welche dem Gebäude Wärme und Natürlichkeit verleihen. Die offene Gestaltung der Innenräume ermöglicht einen fließenden Übergang zwischen Wohn- und Arbeitsbereichen, kleine Wohnbereiche lassen sich durch Falttüren abtrennen.
Die Gartenräume um das Haus bilden regelrecht „Schalen“, die nahtlos ineinander übergehen und demonstrieren die gelungene Kooperation zwischen Architekt und Gartenplanern. Sanft modellierte Ebenen und fließende Übergänge prägen das Gesamtbild und lassen den Wohnraum mit der Natur verschmelzen.
Das Haus Mohrmann ist ein wichtiges Beispiel für Scharouns experimentelle Herangehensweise an Architektur und seine Vision von der Integration von Bauwerken in ihre natürliche Umgebung. Es bleibt fast hundert Jahre später ein faszinierendes Zeugnis für einen modernen, funktionalen und ästhetisch ansprechenden Wohnraum, in dem sich Funktionaltät und Eleganz raffiniert miteinander verbinden.
Ausstattung
Das Wohnhaus wurde 1939/1940 errichtet. Seit der Erstellung gab es keine wesentlichen Veränderungen am bauzeitlichen Zustand. Das Haus ist also in seinem inneren uns äußeren Erscheinungsbild noch sehr nah am „Original“. Anfang/Mitte der 1990er Jahre wurde die Außenfassede neu verputzt und das Dacheindeckung, Holzverkleidungen und Klempnerarbeiten (Dachentwässerung, Fensterbänke etc. wurden erneuert.
Im Innern erhielten der Essplatz, der Spielbereich der Kinder und die Küche einen neuen Bodenbelag.
Zur gleichen Zeit wurden beide Bäder neu gefliest und die Sanitärobjekte erneuert.
Die Heizungsanlage Gasbrennwert ist ca. 18 Jahre alt.
Lage
Das „ Haus Mohrmann“ liegt im lebendigen Berliner Stadtteil Lichtenrade, der für seine vielfältige Kultur bekannt ist.
Das Haus selbst liegt in einem ruhigen und grünen Wohngebiet.
Die Verkehrsanbindung ist ausgezeichnet – mit U-Bahn und Bus haben Sie eine bequeme Anbindung an das Stadtzentrum und andere Teile Berlins.
Sonstiges
Über Hans Scharoun (1893-1972)
Hans Scharoun zählt zu den herausragenden deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Vertreter der organischen Architektur und entwarf unkonventionelle und phantasievolle Bauwerke, die die sozialen Interaktionen dynamisch reflektieren. Sein Schaffen erstreckt sich von privaten Wohnhäusern und Siedlungen bis hin zur deutschen Botschaft in Brasilien sowie zu prominenten urbanen Wahrzeichen wie der Berliner Philharmonie. Das Werk Scharouns ist stark von der Idee beeinflusst, Architektur als dynamischen Prozess zu verstehen, der sich an die Bedürfnisse der Menschen anpasst und eine harmonische Verbindung mit seiner Umgebung eingeht.
Ausführliche, historische Objektunterlagen und Grundrisse liegen vor.
Besichtigungen sind nach Vereinbarung mit unserem Büro sehr gerne jederzeit möglich.
Wir freuen uns sehr von Ihnen zu hören.