Objektbeschreibung
Der Hof ist einer der ältesten Siedlungsplätze im Bereich des Breubergs und eng mit der Geschichte der Burg verbunden.
Dieses außergewöhnliche Anwesen in absoluter, idyllischer Alleinlage bietet ein enormes Potenzial für Liebhaber der Natur und der Tierhaltung. Ob Rinder-, Pferde- oder Schafhaltung - hier lassen sich vielfältige landwirtschaftliche und private Träume verwirklichen. Das weitläufige Grundstück umfasst stolze 25 Hektar Land, deren Flächen fast vollständig und zusammenhängend direkt um den Hof herum arrangiert sind. Lediglich vereinzelte Flurstücke befinden sich in der näheren Umgebung.
Das Hofgut besticht durch ein faszinierendes Ensemble aus historischen und moderneren Gebäuden. Es umfasst zwei separate Wohnhäuser sowie umfangreiche landwirtschaftliche Nebengebäude, darunter ein beeindruckender, denkmalgeschützter Stall. Das Baujahr des Stalls wird auf das 18 Jahrhundert datiert. Der zugehörige Schaf- und Pferdestall bietet eine Fläche von ca. 280 m².
Zusätzlich zum landwirtschaftlichen Teil gehört ein ca. 300 Meter entfernter Camping- bzw. Zeltplatz zum Anwesen, der idyllisch auf einer bewaldeten Anhöhe liegt. Dieser ist seit knapp 30 Jahren verpachtet, kann bei Bedarf aber nach Kündigung auch einer eigenen Nutzung zugeführt werden.
Ausstattung
Die Ausstattung des Hofes teilt sich auf die verschiedenen, sehr individuellen Gebäude auf:
Das Neue Haus (Zweifamilienhaus, Baujahr ca. 1996):
- Bietet zwei separate, großzügige Wohneinheiten.
- Raumaufteilung je Etage: 2 Schlafzimmer und Badezimmer auf der linken Seite des Eingangsbereichs; große Wohnküche sowie ein Wohn- und Esszimmer auf der rechten Seite.
- Sehr gepflegter Zustand
- Die Heizungsanlage wurde kürzlich erneuert.
- Weiteres Ausbaupotenzial ist im Bereich über den direkt angeschlossenen Garagen vorhanden.
Das historische Haus (Denkmalschutz):
- Die Ursprünge des Gebäudes reichen laut Überlieferungen bis in das 14. Jahrhundert zurück, wobei im Laufe der Zeit stetig Modernisierungen stattfanden
- Erdgeschoss: Beherbergt auf der einen Seite einen Kuhstall, auf der anderen Seite befinden sich eine Milchküche, eine reguläre Küche sowie ein Wirtschaftsraum.
- Obergeschoss: Eine sehr weitläufige Wohnung mit vielen Zimmern, die sich ideal für die Einrichtung von Ferienwohnungen oder Gästezimmern anbietet. Alles renovierungsbedürftig.
- Das Dachgeschoss bietet noch weiteres Ausbaupotenzial.
Nebengebäude & Zeltplatz:
- Zwei große Garagen für PKW.
- Eine geräumige Remise (Maschinenhalle) bietet als Unterstand reichlich Platz für landwirtschaftliche Fahrzeuge.
- Der historische Schaf- und Pferdestall bietet hervorragende Bedingungen für die Tierhaltung.
Das Anwesen ist nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.
- Der separate Zeltplatz verfügt über ein eigenes Sanitärgebäude (ausgestattet mit WCs und Duschen für Damen und Herren) sowie zwei überdachte Freisitzplätze, die zum Grillen und Verweilen einladen.
Lage
Das Anwesen befindet sich in Hessen im Odenwaldkreis. Es besticht durch seine absolute, ungestörte Alleinlage inmitten der Natur. Die Hofstelle ist malerisch von den eigenen Ländereien umgeben, was eine autarke Bewirtschaftung stark vereinfacht. Der dazugehörige Zeltplatz liegt nur wenige hundert Meter entfernt im Wald auf einer leichten Anhöhe, was eine wunderbare Verbindung von landwirtschaftlicher Nutzung und Naturerholung schafft. Wer Ruhe, viel Platz und die absolute Nähe zur Natur sucht, findet hier einen echten Rückzugsort mit hervorragendem Potenzial.
Sonstiges
Zur GESCHICHTE:
Der Wolferhof - älter als die Stadt Breuberg
Der Wolferhof liegt am Nordhang des Breubergs auf der Gemarkung Neustadt, unmittelbar unterhalb der Burg Breuberg. Nach den Überlieferungen geht das Hofgut sogar auf die fränkische Siedlungszeit zurück und zählt damit zu den ältesten dauerhaft genutzten Höfen der Region.
Erste urkundliche Erwähnungen:
Der Hof erscheint bereits im 14. Jahrhundert in den Quellen:
1376 wird der Wolferhof urkundlich erwähnt.
Im Zinsbuch der Herrschaft Breuberg von 1426 sowie in den ältesten Rechnungen der Grafen von Wertheim (1409-1484) wird er als Hofgut aufgeführt, das an einen Hofmann verpachtet war.
Dies zeigt, dass der Hof bereits damals ein bedeutender landwirtschaftlicher Wirtschaftsbetrieb der Herrschaft Breuberg war.
Versorgung der Burg Breuberg
Besonders spannend ist die Verbindung zur Burg:
Im 17. Jahrhundert reichte der Burgbrunnen zeitweise nicht mehr aus. Historiker vermuten, dass die ergiebige Quelle des Wolferhofs mit dem Wasserhaushalt des Burgbergs zusammenhing. Nachdem eine Pumpanlage im Tal 1675 zerstört worden war, musste das Wasser für die Burg über lange Zeit mit Lasttieren - überwiegend Eseln - von der Quelle am Wolferhof hinauf zur Burg transportiert werden.
Besitzverhältnisse
Der Wolferhof gehörte über viele Jahrhunderte den Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und diente als herrschaftliches Hofgut. Von dort wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse für die Burg und die Herrschaft bewirtschaftet.
Die heutigen Gebäude
Ein Teil der historischen Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Besonders erwähnenswert sind:
das Fachwerkwohnhaus aus dem 18. Jahrhundert (im 19. Jahrhundert erweitert),
ein westlicher Stallteil aus Sandstein,
der beeindruckende Schafstall von 1817, ein großer Sandsteinbau mit dreischiffiger Holzkonstruktion, der als kulturhistorisch besonders wertvoll gilt.
Die Lage unterhalb der Burg
Der Wolferhof liegt strategisch günstig am Zugang zur Burg. Nördlich des Hofes befand sich außerdem die sogenannte Schwedenschanze, eine Befestigungsanlage aus dem Dreißigjährigen Krieg, die an den erfolglosen schwedischen Belagerungsversuch der Burg im Jahr 1637 erinnert.
Ein interessanter Aspekt
Der Wolferhof ist einer der wenigen Höfe im Odenwald, dessen Geschichte sich über mindestens 650 Jahre nahezu lückenlos verfolgen lässt. Da viele der ursprünglichen Gebäude und die Hofstruktur erhalten geblieben sind, vermittelt er noch heute einen guten Eindruck eines herrschaftlichen Hofguts, das über Jahrhunderte unmittelbar der Versorgung einer bedeutenden Burg diente.
Besichtigungstermine erfolgen ausschließlich nach Vorlage eines Finanzierungszertifikats.